ALEH Israel: Eine Oase voller Akzeptanz und Respekt für schwerstbehinderte Kinder

ALEH Israel: Eine Oase voller Akzeptanz und Respekt für schwerstbehinderte Kinder

Freiwillige bei ihrem Engagement für ALEH in Israel. (© ALEH)

JERUSALEM (ai) – In Israel gab es bis zu Beginn der 1980er-Jahre keine menschenwürdige Angebote für junge Erwachsenen mit schweren geistigen und körperlichen Behinderungen. Eine Gruppe von Eltern tat sich notgedrungen zusammen, und das Resultat ist heute ALEH Israel, ein vier Einrichtungen umfassendes Netzwerk, das schwerstbehinderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein warmes Heim, einen Ort zum Spielen und Lernen, Therapien und medizinische Versorgung auf höchstem Niveau und liebevolles Personal, das sich rührend um ihre Schützlinge kümmert.

Als Generalmajor in Reserve Doron Almog und seine Frau ihr erstes Kind erwarteten, wies nichts darauf hin, dass etwas nicht stimmte. Dann war Eran da, und nur wenige Monate nach seiner Geburt wurde klar, dass der Junge schwere entwicklungsbedingte Rückstände aufwies. Er konnte nur mit Schwierigkeit und erst nach längerer Zeit gehen, nicht sprechen und sah seinen Eltern nicht ein Mal in die Augen. Eran war schwerbehindert, und für seine Eltern stand fest, dass sie sich zu Hause um ihn kümmern würden. Doch mit der Zeit wurde Eran stärker, und es wurde immer schwieriger, ihn bei Bedarf festzuhalten, ohne dass er sich losriss und weglief. Aus diesem Grund machten sich die Almogs auf den Weg, sich die Einrichtungen für Schwerbehinderte in Israel anzuschauen. Und diese waren in einem derart unmenschenwürdigen Zustand, dass sie sich entschlossen, etwas Eigenes zu gründen: Zusammen mit einer Gruppe von Eltern, die sich in einer ähnlichen Situation widerfanden, mieteten Sie eine Wohnung, luden freiwillige Helfer ein; und damit wurde der Grundstein für ALEH gelegt, wie wir es heute kennen.

Generalmajor i.R. Doron Almog mit seinem Sohn Eran. (© ALEH)

Heute gibt es Aleh an vier Standorten – in Bnei Brak, Jerusalem, Gedera und NegevNahalat Eran. Letzteres wurde nach Eran Almog benannt, dem Sohn der Almogs, der leider im Alter von 23 Jahren verstorben war. Seinem Vater nach war Eran die Motivation und Inspiration hinter ALEH und der wichtigste Lehrer in seinem Leben. Deswegen ist der Name des Dorfes mehr als Angemessen.

Inzwischen hat Nahalat Eran sich zu einem Rehabilitationszentrum für den Süden Israels entwickelt. Die meisten Patienten kommen von außerhalb für Behandlungen auf höchstem Niveau. Es gibt einen Krankenhausflügel, der als solcher nicht zu erkennen ist: Die Architekten wollten dem Ort ein friedliches Parkambiente verleihen, und das ist ihnen durchaus gelungen. Viel Grün, Springbrunnen, Bänke und Holzpavillons. Auch eine kleine Bühne gibt es, auf der sowohl die Bewohner selbst als auch Gäste zur Unterhaltung auftreten. Wenn man das Gelände weiter durchquert, kommt man zu den Pferdeställen und zur „Safari“ mit ganz verschiedenen Tieren, von Hühnern über Schlangen zu riesigen Schildkröten. Zusätzlich zur Tiertherapie können sich die Bewohner hier auch im Gewächshaus um eigene Pflanzen kümmern, sie hegen und pflegen und auf ihre Arbeit stolz sein.

Für die höher funktionalen unter den Bewohnern gibt es die Möglichkeit, in den hauseigenen Werkstätten Produkte für die ALEH Boutique, unseren Shop, herzustellen. Leider können sie die Produkte nicht von A-Z kreieren, aber die kleinen Schritte, die sie zum fertigen Produkt machen – sei es die Kerzenständer anmalen oder einen Knopf zur Fertigstellung der Magnete drücken – geben ihrem Leben Bedeutung und sie fühlen, dass sie wichtig sind.

Die Niederlassung in Bnei Brak verfügt neben einem Schwimmbecken für Hydrotherapie und diversen anderen Therapieangeboten eine Krippe und einen Kindergarten, in den sowohl Kinder gehen, die in ALEH Bnei Brak leben, als auch Kinder aus der Gegend. Hier werden sie ihren Bedürfnissen entsprechend betreut und gefördert, viel Gelächter füllt die Räume.

Therapiestunde bei ALEH. (© ALEH)

Für alle Eltern von ALEH Kindern, ob sie in einem der Häuser leben oder täglich von außerhalb reinkommen, gibt es Unterstützung und Beratung. Sie nehmen an den jüdischen Festen teil, welche die Pfleger, Mitarbeiter und Freiwillige für die Bewohner und Besucher organisieren, kommen mit auf Ausflüge und werden so eingebunden, wie sie es können und möchten. Die Eltern von Bewohnern können mit ihren Kindern über iPads täglich Kontakt halten und so die Familienbande stärken.

Wie auch ganz zu Beginn, zu Gründungszeiten von ALEH, sind heute viele Freiwillige mit in die Arbeit mit den Bewohnern involviert. Seien es Schulkinder, die nachmittags oder in den Ferien zum Spielen vorbeikommen, junge Frauen und Männer, die ihren Zivildienst bei ALEH absolvieren oder junge und weniger junge Leute aus aller Welt, die sich Israel und der Sache von ALEH verbunden fühlen – alle packen mit an, um die Kinder bestmöglich zu fördern und ihnen einfach ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Unsere internationalen Freiwilligen kommen aus aller Welt – USA und Niederlande, Finnland und Polen, Taiwan und Deutschland. Und die anfängliche Sprachbarriere ist schnell überwunden, mit den Mitarbeitern und Pflegern wird auf Englisch gesprochen, und die Bewohner fühlen die Liebe und sehen das freundliche Gesicht. Das spricht lauter als Worte aller Sprachen.

ALEH Bewohner freuen sich immer über Besucher und neue Freiwillige. Bei Ihrem nächsten Besuch nach Israel kommen auch Sie gerne vorbei. Für mehr Information über ALEH, Möglichkeiten zur Unterstützung oder den Freiwilligendienst besuchen Sie doch unsere Internetseite www.aleh-israel.de oder schreiben Sie uns eine E-Mail: info@aleh-israel.de Ob Sie nun spenden, dem Team für ein paar Wochen oder Monate als Freiwillige/r unter die Arme greifen möchten oder einfach über unsere Organisation im Freundeskreis, Gemeinde oder in ihren sozialen Netzwerken erzählen möchten – die Auswirkung Ihrer guten Taten kennt keine Grenzen. Und ALEH Israel und die Kinder danken Ihnen – mikol halev – von ganzem Herzen.

Kontakt ALEH Israel
Freunde von ALEH Israel e.V.
Nürnberger Str. 65, 10787 Berlin
>>> Website ALEH Israel

Quelle: https://www.israelmagazin.de/aleh-israel-schwerstbehinderte-kinder